Der lange Arm der Kaiserin - Filmvorführung und Diskussion


Wem gehört der Frauenleib?
Filmvorführung und Diskussion in Villach

Seit Anbeginn der Frauenbewegung richtete sich ein Focus auf die Enteignung, Normierung und Deformierung des Frauenleibs. Das Frauengesundheitszentrum Kärnten greift diese Tradition mit einem speziellen Blick auf Frauengesundheit wieder auf. Die Zunahme von Wunschkaiserschnitten, Pränataler Diagnostik, Schönheitsoperationen und das Infragestellen der Straffreiheit des Schwangerschaftsabbruchs sind Anlass für einen Filmabend mit anschließender Diskussion am 23. Oktober im Kulturhofkeller in Villach. Gefragt wird: Wie frei oder fremdbestimmt leben Frauen heute ihre Sexualität, ihre Fruchtbarkeit, ihr Aussehen, ihr Frausein?

In welchem Ausmaß Frauen in der Selbstbestimmung ihrer Sexualität und Fruchtbarkeit eingeschränkt wurden und werden zeigt Susanne Riegler zunächst in ihrem Film „Der lange Arm der Kaiserin“. Die TV-Journalistin, Autorin, Produzentin und Regisseurin des Films ist überzeugt, dass Frauen wie Männer, das Wissen über die Vergangenheit brauchen um für zukünftige Entwicklungen gewappnet zu sein: „Ich habe ZeitzeugInnen interviewt die noch jene Zeit erlebt haben, als Frauen mit schwerem Kerker bestraft wurden, wenn sie ihre ungewollte Schwangerschaft abbrachen. Weil sich diese Demütigung von Frauen nie mehr wiederholen darf, habe ich diesen Film gemacht.“

Mit solchen gesundheitsgefährdenden Entwicklungen ist Regina Steinhauser, Geschäftsführerin des Frauengesundheitszentrum Kärnten, bereits konfrontiert: „Wir sehen mit Sorge wie die Schönheitsindustrie und andere Interessensgruppen im und rund um das Gesundheitssystem die Gesundheit von Frauen gefährden. Unter dem Deckmantel der Selbstbestimmung der Frau werden lukrative Praktiken forciert und Mechanismen in Gang gehalten, die das Selbstbewusstsein der Frau untergraben und die Enteignung des Frauenkörpers fördern.“ Hier schließt die zur Diskussion eingeladene, Hermie Steininger, Klinische- und Gesundheitspsychologin aus Salzburg an: „Frauen sind in der Lage über ihren Körper zu entscheiden, aber die Politik und die Gesellschaft muss Rahmenbedingungen dafür schaffen.“ Wie Frauen mit und in diesen Rahmenbedingungen leben diskutieren an diesem Abend weiters Barbara Rapp, die international aktive Multimedia-Künstlerin aus Velden, Katharina Lacina von der Forschungsstelle für Ethik und Wissenschaft im Dialog an der Universität Wien, die sich schwerpunktmäßig mit Ethik in der Reproduktionsmedizin beschäftigt, sowie Susanne Riegler selbst und Christina Hohenberger, die aufgrund ihrer langjährigen psychologischen Beratungstätigkeit mit Frauen vor allem fordert: „Lasst uns bitte genau hinhören!“

Hinhören und Mitreden beim Thema (un)freiwillig fremdbestimmt können Frauen und Männer am 23. Oktober ab 19.00 Uhr im Kulturhofkeller, in Villach bei freiem Eintritt.

Weitere Informationen unter www.fgz-kaernten.at
Rückfragen: Mag.a Regina Steinhauser
Frauengesundheitszentrum Kärnten GmbH
042 42 - 53 055

Weiterführende Links:
Der lange Arm der Kaiserin, Die Geschichte des Schwangerschaftsabbruches in Österreich, Ein Dokumentarfilm von Susanne Riegler
http://www.derlangearmderkaiserin.at/

Frauengesundheitszentrum Kärnten GmbH, Informationstexte zu Sexuelle Gesundheit sowie zu Schwangerschaft und Pränatale Diagnostik:
http://www.fgz-kaernten.at/28976.htm
http://www.fgz-kaernten.at/31824.htm

Öffentliches Gesundheitsportal Österreichs:
https://www.gesundheit.gv.at/Portal.Node/ghp/public/content/
Schwangerschaftsabbruch_HK.html

Frauengesundheitszentrum ISIS, Salzburg:
http://www.frauengesundheitszentrum-isis.at/index.php/frauenthemen/reproduktive-gesundheit/beratung-zu